Winkelfehlsichtigkeit

Beidäugiges Sehen bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, mit beiden Augen gleichzeitig auf dieselbe Stelle zu schauen und die beiden Bilder zu einem räumlichen Gesamtbild zusammenzusetzen. Unter WINKELFEHLSICHTIGKEIT versteht man - ähnlich wie beim sichtbaren Schielen - ein Ungleichgewicht in der Bewegungsmuskulatur beider Augen. Dieses Ungleichgewicht kann das Gehirn durch aktives Gegensteuern korrigieren, um die Parallelstellung der Augen und damit das beidäugige Sehen aufrechtzuerhalten. Dem Winkelfehlsichtigen ist deshalb das Augenmuskelungleichgewicht nicht anzusehen - er müsste eigentlich schielen, tut dies aber nicht.

Diese Dauerbelastung kann zu erheblichen Anstrengungsproblemen, wie Kopf- und Augenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder geröteten Augen führen.

Bei Kindern könnte die Winkelfehlsichtigkeit die Ursache für Störungen in der Feinmotorik sein und zu Schulproblemen führen:

- Ungeschicklichkeit beim Ausmalen und Ausschneiden

- Handschrift unregelmässig, verschieden grosse Buchstaben, schlechte Linienhaltung, unsystematische Rechtschreibfehler

- Leseschwierigkeiten wie z.B. ungern oder langsam Lesen, Vertauschen und Verwechseln von Buchstaben

- Ausdauer und Konzentration mangelhaft

- verlangsamte Tätigkeit oder unruhig und zappelig

 

Heute wissen viele Logopäden/innen um die mögliche Verbindung der Sprachprobleme mit Augenfehlern und veranlassen einen Augenarztbesuch. Leider haben oft Augenärzte und Orthoptisten/innen von der Winkelfehlsichtikeit ein falsches Bild und schliessen diese hilfreiche Methode von vornherein aus. Ausnahmen wie z.B. Dr. Urs Schmied (Wattwil), die sich regelrecht auf diese Problematik spezialisiert haben, sind leider eher selten.

 

 

Die Winkelfehlsichtigkeit kann durch exakt ausgemessene Prismengläser ausgeglichen werden, wenn die Beschwerden dies erfordern!

Es gibt allerdings auch viele Menschen mit messbarer Winkelfehlsichtigkeit, die keine Probleme damit haben und daher ohne Korrektur bleiben.

An eine Brille mit prismatischer Korrektur muss man sich oft zuerst gewöhnen, da sie eine grosse Umstellung für alles bisher vom Gehirn für die Augensteuerung Gelernte darstellt. Sind die eingefahrenen Verdrängungsmechanismen dann aber beseitigt, stellen sich bald die positiven Erfolge ein.

Es ist möglich, dass nach einigen Wochen eine Nachkorrektur nötig wird, da die jahrelange 'Fehlhaltung' (meist seit Geburt) eventuell nicht in einem Schritt ganz aufgedeckt werden kann.

In schweren Fällen ist das Ergebnis nach mehreren Korrekturschritten so gross, dass eine Schieloperation die beste Lösung ist. Dies ist aber nicht sehr häufig und man kann jederzeit zum Anfangsstadium (mit den Beschwerden!) zurückkehren, wenn man einen Eingriff zu sehr scheut.

 

Bei Kindern können sich die Beschwerden durch das Wachstum im Lauf der Jahre durchaus auch verringern, so dass die Brille irgendwann überflüssig wird.

 

Wir haben über 30 Jahre Erfahrung in der Bestimmung von Prismen und geben Ihnen gerne weitere Informationen zu diesem kontroversen Thema.

 

Grundlegende Dokumentationen:   

www.ivbs.org